German Endurance Rennen – 3 Stunden Slovakiaring 2013 Team Brainracing

Erstes 3h Endurance Rennen Slovakiaring 03. bis 05. Mai 2013 Team Brainracing

German und Czech Endurance Slovakiaring Julemann Team Brainracing

Das erste Renen der Saison startete für mich nicht wie geplant aber dennoch erfolgreich. Den Abend bevor ich starten wollte bemerkte ich einen Schaden an der Felge meines Wagens. Dies verursachte Vibrationen bei hohen Geschwindigkeiten. So wollte ich natürlich nicht die 550 Km bis zur Rennstrecke zurücklegen obwohl ich mich schon mitten in der Nacht zum Samstag auf den Weg machen wollte. Noch in den frühen Morgenstunden des nächsten Tages fuhr ich in die Werkstatt eines Freundes und bekam andere Felgen, zwar mit abgefahrenen 225er Sommerreifen aber egal. Das Wetterradar hatte zudem kein besonders gutes Wetter verkündet und so fing es nach der erste Hälfte des Fahrtweges an wie aus Eimern zu schütten. Auf der mit Spurrinnen versehen tschechischen Autobahn von Prag nach Brünn ein besonderes Erlebniss mit breiten, abgefahrenen Sommerreifen. Zum Glück klarte es auf den letzten 100 Kilometern auf und einem ereignissreichem Rennwochenende stand nichts mehr im Wege. Nachmittags gegen 3 Uhr kam ich dann auch auf dem hochmodernen Areal des relativ neu errichteten Slovakiaring an und suchte unsere Box auf. Dort bewunderte ich zum ersten mal mein fertig umgebautes Motorrad und unserer Mechaniker montierte noch den von mir mitgebrachten Lenkungdämpfer. Im ersten Training zuvor bemerkte ich nämlich das es ohne etwas schwierig werden könnte. Der Teamchef kam mittlerweile auch vom Training zurück und begrüßte mich.

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Auch hatte mich schon ein befreundeter Gespannfahrer entdeckt welcher ebenfalls mit seinem Team aus England vor Ort war. Da es inzwischen recht spät war hatte ich keine Möglichkeit mehr auf dem neuen Kurs zu trainieren, jedoch gab es dazu noch die Möglichkeit von 9 bis 15 Uhr des nächsten Tages, bevor das eigentliche 3 Stunden Langstreckenrennen beginnen würde. Ich lud mein Auto aus und machte es mir in der Box bequem. Hin und wieder gingen wir auch zu den anderen Teams, unterhielten uns mit Fahrern und Teammitgliedern. Kamilla hatte inzwischen das Essen vorbereitet, da unser Teamchef kein Kostverächster ist gab es Wildschweinsteaks und besten Wein. An guter Verpflegung mangelt es zu den Rennwochenenden nie. Nach dem Essen machten Jaro und ich uns auf, die Strecke mit dem Fahrrad zu befahren. Es ist von Vorteil die Strecke auf der man fährt abzulaufen oder mit dem Fahrrad zu erkunden um sich die Charakteristik einzuprägen und nach besonderen Gegebenheiten zu schauen bevor man sie im Renntempo nimmt. Zurück an unserer Box ließen wir den Abend mit dem Team und gutem Wein ausklingen. Hin und wieder kamen noch andere Rennfahrer auf einen Plausch vorbei und auch mein befreundeter Gespannfahrer stieß mit uns auf seinen neugebohrenen Sohn an, welcher erst ein par Stunden zuvor in der fernen Heimat das Licht der Welt erblickt hatte.

 

German und Czech Endurance Slovakiaring Sonnenaufgang SKring Team Brainracing

Durch die lange Fahrt zur Rennstrecke war ich Abends dann auch nicht mehr alt geworden und machte es mir in der Box neben meinem Motorrad bequem. Als ich am Einschlafen war machten sich der Mechaniker und der Fotograf einen Scherz und legten meinen Arm um mein Motorrad und Fotografierten. Insgeheim führe ich ja eine Beziehung mit meinem Motorrad aber das muss ja nicht öffentlich gemacht werden ;). Am nächsten Morgen wurde ich durch Motorlärm in der Nachbarbox geweckt. Es ging los, die ersten machten ihre Bikes fit. Nachdem Frühstück ging ich zur Anmeldung! Formulare ausfüllen, die Nennung fürs Rennen, das Üblich eben. Um 9 Uhr begann das Training zum 3 Stunden-Rennen. Bis 15 Uhr hatte ich also in mehreren Turns die Möglichkeit den neuen Kurs zu verinnerlichen. Der Kurs hat es in sich, aber dazu später mehr. Ich zog mich um und Vasik machte mir das Bike startklar. Ich ging auf die Strecke und fuhr noch etwas meine Reifen warm. Mein erster Eindruck von der Strecke war“ geiler Kurs“. Eine sehr schnelle rechts, 4 Kuppen und ein langsames Infield mit endlos langen sich zuziehenden Kurven. Ich tastete mich langsam heran. Allmählich ging immer mehr! Man kommt die Startzielgerade mit knapp 280 hinunter und bremst die erste Kurve mit 70 Km/h an. Ab Scheitelpunkt voll am Gas fliegt man auf die erste Kuppe hinzu, lupft auf dieser kurz das Gas und biegt dahinter in die endlos lange rechts ein welche richtig schnell gefahren wird. Spitzenpiloten lassen hier das Gas im 5. Gang stehen.

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So weit wollte ich aber noch nicht gehen. Nach der langen rechts fliegt man mit knapp 240 auf die nächste kuppe zu! Man bremst direkt auf ihr, hebt kurz ab um danach voll in die Eisen zu gehen.

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Hinter der Kuppe erwartet dich eine ziemlich scharfe rechts die man besser nicht verpassen sollte. Diese Rechts macht hinten zu, hier muss man auf seine Einfahrgeschwindigkeit und die Linie achten. Das Infield wechselt sich ab mit kurzen geraden und Langen Kurven. Eine rechtskurve ist besonders lang, man kommt sich vor wie in einem Karussel bis man sie verlässt. Anschließend folgt eine Haarnadel Links.

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Danach fliegt man auf eine schnelle Links zu, nimmt diese mit über 200 Km/h um gleich darauf die nächste Kuppe zu Meistern. Die dritte Kuppe ist recht unspektakulär, man biegt dahinter in eine links-rechts S- Kombination ein beschleunigt kraftvoll aus dieser heraus und hält dahinter voll auf die 4. Kuppe zu. Kurz vor der höchsten Stelle der Kuppe schalte ich bei knapp über 200 in den dritten und gehe wieder voll ans Gas, das Vorderrad kommt hier hoch. Spätestens hier hat sich der Lenkungsdämpfer dann bezahlt gemacht. Mit knapp 250 gehts dann die anschließende gerade hinunter um in die lange rechts vor Start-Ziel einzubiegen. Nach dieser hat man noch einen linksknick welcher etwas Überwindung braucht um hier voll zu fahren. Hier kommt es drauf an viel Schwung auf die Start Ziel mitzunehmen. Alles in allem ein hoch interessanter Kurs welcher nicht so einfach zu bezwingen ist. Hier haben es einem die Planer nicht besonders einfach gemacht, dein Fahrfluss wird anfangs oft unterbrochen und es dauert seine Zeit bis die Strecke sitzt.

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Bereits im Vorfeld zum Rennen ist eine BMW S 1000 RR richtig heftig per Highsider abgeflogen, auch so gab es viele kleinere Stürze. Wir aber blieben zum Glück verschont davon. Das Rennen an sich verlief entspannt. Jaro staretet als erstes. Für mich war der Le-Mans Start Neuland. jeder Fahrer blieb eine halbe Stunde draußen. Während die anderen beiden fuhren enstpannte ich mich in der Box. Dann war es soweit, mein Bike stand bereit, Jaro kam rein, Transponderwechsel und los gings.Auf der Strecke fuhr ich meinen Stil, ließ mich nicht allzuoft beirren. Ein Langstreckenrennen geht lang, da werden keine Rennentscheidungen auf den ersten Metern gefällt. Vielmehr kommt es darauf an konstant zu fahren, eine gute Boxenstrategie umzusetzten. Da es ein 3 Stunden Rennen war ist jeder eine Stunde gefahren. Letztendlich sind wir ganz gut mitgekommen , auch wenn uns die Spitzenteams überrundet hatten. Rennen zu fahren ist eine anstrengende Sache. Du musst ständig konzentriert sein, besonders bei Langstreckenrennen muss man sich die Konzentration, wie auch die Ausdauer, bestens einteilen. Viele Fahrer brechen zum ende hin ein fahren schlechtere Rundenzeiten oder stürzen. Nach dem Rennen hatten wir wieder Zeit zu spaßen, zwischendrin wird es gelegentlich ziemlich hektisch, die Nerven liegen dann blank wenn etwas nicht so funktioniert wie es soll. Zum Glück behält unser wichtigster Mann, der Mechaniker, aber immer die Fassung wenns hart auf hart kommt. Wir machten noch ein Fotoshooting mit den Bikes in der Boxengasse bevor die Dunkelheit  langsam einzog und die Kollegen schon langsam anfingen zusammenzupacken. Natürlich aßen wir noch Wildschweinsteaks und stießen auf ein gelungenes Wochenende an. Mein Team wollte am selben Abend schon los. Da ich aber erst später ankam und einen wesentlich weiteren Heimweg hatte, beschloss ich noch eine Nacht zu bleiben um mich für die Heimreise auszuruhen. Nach einem Tag Training und 3 Stunden Rennen merkte ich dann schon das meine Knochen weh taten. Nach der Verabschiedung von allen machte ich mich auf zu meinem befreundetetn Gespannfahrer und ließ den Abend noch mit ihm ausklingen. Anschließend legte ich mich in deren Zelt neben das Sidecar mit welchem sie am selben Tag, noch vor unserem Rennen, den zweiten Platz einfuhren. Am nächsten morgen kam ich kaum hoch, mein ganzer Körper war ein einziger Muskelkater. Wir Frühstückten noch gemeinsam mit den Engländern bevor ich mich letztendlich auch auf den Heimweg machte. Fazit: Ein sehr geiles Rennwochenende auf einer noch geileren Strecke. Hierher werde ich auf alle Fälle wiederkommen.

Julemann
BR #79

German a Czech Endurance Slovakiaring a sidecars 10053

 

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